Archiv

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28.10.2016

Messe Consozial 2016 – Aufmerksamkeit auf großer Bühne

Das Felsenweg-Institut mit GaBi – Ganzheitliche Bildung im Sozialraum im Fachaustausch auf der größten Messe für Sozialwirtschaft im deutschsprachigen Raum vertreten. An unserem Messestand und im Rahmen eines Fachvortrages mit der Fachberatung des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Chemnitz wurde Ganzheitliche Bildung im Sozialraum Verantwortlichen aus Verwaltung, Politik, bei Trägern und aus Einrichtungen vorgestellt.

Chemnitz – 20.05.2016

Fachtag: Familien und Kinder im Blick! Early Excellence – Ein Ansatz für ganzheitliche Bildung im Sozialraum

Veranstaltungsbericht

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie führte zusammen mit dem stiftungseigenen Felsenweg-Institut, der Heinz und Heide Dürr Stiftung, dem Pestalozzi-Fröbel-Haus sowie Vertreten der Stadt Chemnitz am 20.05.2016 in dem neuen Hörsaalgebäude der Technischen Universität einen Fachtag mit dem Titel: „Familien und Kinder im Blick – Early Excellence – Ein Ansatz für ganzheitliche Bildung im Sozialraum“ durch. Der mit über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgebuchte Fachtag für pädagogische Fachkräfte, Entscheidungsträger und Politiker aus den Bereichen Frühkindliche Bildung, Frühe Hilfen, Elternbildung, Frühförderung und Jugendhilfe informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmern über den Early Excellence-Ansatz und gab im Rahmen von Fachvorträgen und Workshops Anregungen für die praktische Umsetzung in Städten, Gemeinden und einzelnen Kindertageseinrichtungen.

 

Zentrales Anliegen der zwei Stiftungen und des Pestalozzi-Fröbel-Haus ist es, die Anregungen des englischen Early Excellence-Ansatzes aufzugreifen und auf das deutsche Bildungssystem übertragbar zu machen. Daher gab der gemeinsam veranstaltete Fachtag einen Ein- und Überblick über gelungene Beispiele passgenauer Angebote für Familien auf Grundlage des Early Excellence-Gedankens.

 

Während des von Martina de Maizière moderierten Einstieges haben die Vertreterinnen der drei Institutionen die jeweiligen Schwerpunkte ihrer Arbeit und Projekte vorgestellt. Hierbei wurde besonders deutlich, wie sich die Arbeit der Kooperationspartner ergänzt und im Sinne von Familien bereichert. „Wenn wir Eltern als Experten ihrer Kinder wahr- und ernstnehmen, dann unterstützen wir die positive Entwicklung ihrer Kinder. Nur so gelingt es uns, die individuellen Bedürfnisse von Familien wahrzunehmen und passgenaue Angebote für sie zu entwickeln.“, sagte Isa Baumgarten Vorsitzende des Vorstands der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

 

Prof. Sabine Hebenstreit-Müller unterstrich in diesem Zusammenhang: „Es ist wichtig, die pädagogischen Fachkräfte bei dieser Aufgabe durch Fort- und Weiterbildungen zu unterstützen und sie zu begleiten. Erzieherinnen und Erzieher müssen befähigt werden, die kindlichen Entwicklungsschritte so zu beobachten und zu beschreiben, dass Eltern ihr Kind darin wiedererkennen können. Auf dieser verbindenden Grundlage lässt sich ein Vertrauensverhältnis auf- und ausbauen sowie entwicklungsförderndes Handeln gemeinsam gestalten. Es kommt also zu einer echten Bildungszusammenarbeit und Beteiligung der Eltern.“

 

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstand der Karl Kübel Stiftung, zog den Kreis noch etwas weiter und führte aus: „Damit Stadtteile, Gemeinden oder einzelne Sozialräume familienfreundlicher werden, müssen Kindertageseinrichtungen sich zu Familienzentren weiterentwickeln. Familienzentren sind ideale Begegnungsräume die zusammen mit Partnern aus dem Sozialraum passgenaue Unterstützungen für Familien bereitstellen können. Dabei ist es wichtig, Familien in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und mit Wertschätzung zu begegnen. So vielfältig wie die Familien in einem Stadtteil bzw. einer Gemeinde sind, so vielfältig ist auch das Angebot an Familienzentren. Kein Familienzentrum ist gleich, weil seine Familien nicht gleich sind.“

 

Im Anschluss an den Auftakt wurde durch vier Fachreferate die inhaltliche Grundlage für die späteren praxisorientierten Werkstätten gelegt. Was bedeutet sozialraumorientiertes Arbeiten? Was bedeutet Inklusion und wie können wir Vielfalt in Kindertageseinrichtungen wertschätzen? Was bedeutet Elternbeteiligung und –zusammenarbeit für den pädagogischen Alltag? Und was bedeutet es, wenn die Arbeit in Kindertageseinrichtung von einem positiven Blick auf das Kind her gedacht wird? In den Fachreferaten erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick was Familienzentren, die nach dem Early Excellence-Ansatz arbeiten, für die Familien leisten.

Leipzig – 18.05.2016

Karl Kübel Stiftung diskutiert auf dem Deutschen Stiftungstag über Familien im demografischen Wandel – Welche Rolle spielen Stiftungen?

Deutscher Stiftungstag 2016 in Leipzig

m Rahmen des Offenen Kanals beim diesjährigen Deutschen StiftungsTags in Leipzig diskutierten Vertreter aus Öffentlichkeit, Politik, Stiftungen, Verwaltungen sowie der Praxis zum Thema „Die demografische Entwicklung in Deutschland und ihre Folgen für die Gesellschaft“. Dabei erhielten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick, wie Gemeinden, Familienzentren und Stiftungen den Auswirkungen des demografischen Wandels entgegenwirken oder diesen sogar, wie im hessischen Mengerskirchen, nutzen können. Thomas Scholz, Bürgermeister, Marktflecken Mengerskirchen, beschrieb die Strukturen, die den Zuzug und eine steigende Geburtenrate befördern: „Neben einem umfassenden und qualitativ hochwertigen Unterstützungs- und Bildungsangebot braucht es vor Ort zusätzliche Rahmenbedingungen wie Bauland, ein unternehmerfreundliches Umfeld und ausgeglichene Finanzen. Ein familienfreundliches Image erhält eine Kommune nicht über Nacht und es muss stetig gepflegt werden.“ Das konnte Günter Refle, Leiter des Felsenweg-Instituts der Karl Kübel Stiftung, nur bestätigen: „Veränderungen müssen gestaltet und positiv begleitet werden. Oft geht es in solchen Prozessen um Defizite, um Probleme und immer um Geld. Es hilft, wenn ‚Externe‘ diesen Prozess moderieren und Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen. In unserem Geschäftsbereich GaBi – Ganzheitliche Bildung im Sozialraum begleiten wir Kommunen auf diesem Weg.“ Er ermutigte die Anwesenden, auch in ihrer Kommune einen Prozess für mehr Familienfreundlichkeit anzustoßen.

 

Familienleben ist heute durch eine Vielfalt an Lebenslagen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen gekennzeichnet. Dazu gab Hans-Werner Meyer, GaBi-Botschafter, Schauspieler, Ehemann einer Schauspielerin und Vater von zwei Kindern, Auskunft: „Eltern mit Berufen wie meinem brauchen besonders flexible Strukturen und Unterstützung, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu organisieren. Je größer das Netzwerk, desto zuverlässiger kann man diese Vereinbarkeit gewährleisten. Der Spruch Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen! bringt es für mich auf den Punkt. Dabei gibt es sicher nicht die eine Lösung, sondern es müssen individuelle Ansätze im Umfeld der Familien gefunden werden.“ Was das konkret in der Praxis bedeuten kann, erklärte André Borgmann, Leiter des GaBi-Modellstandortes Kita Leuchtturm in Berlin Hohenschönhausen, einem Modellstandort der Karl Kübel Stiftung: „Wir richten das Angebot in unserem Kinder- und Familienzentrum nach den Bedürfnissen der Eltern und Kinder aus und verstehen uns als Knotenpunkt im Stadtteil. Kinderbetreuung, Familienbildung und präventive Angebote finden in unseren Räumen statt. Familien in Hohenschönhausen finden unter einem Dach, was sie brauchen.“

 

Wie können Stiftungen den demografischen Wandel im Sinne von Familien mitgestalten? Sascha Wenzel, Geschäftsführer der Freudenberg Stiftung aus Weinheim, erklärte: „Zum einen müssen individuelle Lösungen vor Ort gefunden werden, zum anderen müssen Stiftungen die Partner langfristig unterstützen. Wir reden hier von mehreren Jahren oder sogar über ein Jahrzehnt. Wir kommen mit einer reinen Projektförderung über ein bis drei Jahre nicht weit und erreichen auch keine langfristigen Veränderungen im Sinne von Familien.“ Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstand der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie,ergänzte: „Man muss sich den Sozialraum und das Umfeld der Familien genau anschauen. Nur so lässt sich erkennen, was es vor Ort bereits gibt, was es noch braucht. Oft sind es kleine Schritte bzw. partizipative Angebote, die vor Ort etwas verändern. Gute Erfahrung mit niedrigschwelligen Angeboten hat die Stiftung bereits mit den Drop In(klusive) gesammelt, wo sich Eltern mit jüngsten Kindern treffen. Einige von ihnen sind geflüchtet, einige haben Migrationsgeschichte oder leben in prekären Lebenslagen, und einige Eltern können der bürgerlichen Mittelschicht zugerechnet werden.“

 

Den großen Hebel, der beim Thema demografischer Wandel spürbare Veränderungen, etwa in Richtung einer steigenden Geburtenrate, bewirken könnte, den gibt es nach Überzeugung der Diskussionsteilnehmer nicht. Aber es gibt die vielen Hebel, die im Lebensumfeld von Familien, in ihrem Sozialraum angesetzt werden können. Mit einer Orientierung an den Bedürfnissen der Familien, dem genauen Hinhören und –schauen sowie mit der notwendigen Ausdauer bei der Unterstützung lässt sich eine konkrete Wirkung erzielen, auch und gerade durch das Engagement von Stiftungen.

Mehr Informationen zu der Inlandsarbeit der Karl Kübel Stiftung und dem Projekt Drop In(klusive) finden Sie hier.

07.03.2016

Weiterentwicklung von Kitas zu Eltern-Kind-Zentren in Sachsen

Das GaBi-Team aus dem Felsenweg-Institut erhält Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Das GaBi-Team des Felsenweg-Institutes der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie hat den Zuschlag für die Projektleitung eines Modellprojektes „Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Eltern-Kind-Zentren“ des sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) erhalten.

Bei einer Projektlaufzeit von zwei Jahren werden bis Ende 2017 einunddreißig Einrichtungen in ganz Sachsen unterstützt.

Ziel des Modellprojektes in Sachsen ist es, pädagogischen Fachkräften und den Trägern von Kindertageseinrichtungen Unterstützung bei der Weiterentwicklung zu Eltern-Kind-Zentren zu leisten. Dabei sollen besonders Strukturen entwickelt werden, die einen niederschwelligen Zugang zu familienunterstützenden Angeboten ermöglichen und die Integration von Familien mit Migrationshintergrund fördern.

Hierzu Projektleiter Günter Refle: „Familien als dem wichtigsten Lebens- und Lernraum von Kindern soll durch die Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen Unterstützung angeboten werden mit dem Ziel, die elterliche Erziehungskompetenz zu stärken und damit die Entwicklungsfähigkeit ihrer Kinder positiv zu beeinflussen.“

Das Gabi-Team nutzt hierfür die Erfahrungen in der bundesweiten Begleitung von Einrichtungen unter folgender Handlungsmaxime: So viel Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit wie möglich und so viel Begleitung und Unterstützung wie nötig.

Grundlegend für das Gelingen des Vorhabens ist es, gleich zu Beginn alle Verantwortungsträger in den Kommunen einzubinden. Fortlaufend wird das GaBi-Team die Mitarbeitenden von kommunalen und freien Trägern sowie das pädagogische Personal und die Elternvertretung qualifizieren und begleiten. In diesem Zusammenhang werden Unterstützungsinstrumente entwickelt, die die erfolgreiche Zusammenarbeit über den Projektzeitraum hinaus möglich machen.

Um diese Ziele erreichen zu können, arbeitet das GaBi-Team ressourcen- und beteiligungsorientiert an den aktuellen Bedarfen der jeweiligen Einrichtungen. Im Blick bleiben dabei immer die spezifischen Sozialraummerkmale.

Ausgangspunkt für diese Arbeitsweise ist die Formulierung der angestrebten Wirkungen gemeinsam mit den Beteiligten auf der politischen, administrativen und operativen Ebene. Die Verzahnung dieser drei Ebenen ist ausschlaggebend für eine nachhaltige Wirksamkeit des Projektes.

Nähere Informationen und einen Überblick über die Modellstandorte unter
www.ekiz-sachsen.de

Der Mitteldeutsche Rundfunk Sachsen berichtet über das Landesmodellprojekt EKiZ

Artikel auf www.sachsen.de